Max Scheler / BIO
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Scheler auf dem Petersplatz, Rom 1954

Als Sohn des gleichnamigen Philosophen, folgt Max Scheler zunächst dessen Spuren und studiert kurzeitig Philosophie und Kunstgeschichte in München und Paris. In München lernt er 1941 Herbert List kennen und assistiert ihm in der Nachkriegszeit auf der Straße und in der Dunkelkammer. Auf gemeinsame Reisen nach Spanien, Italien, Bulgarien und Griechenland 1950/51 folgen erste umfangreichere Publikationen.

Max Scheler und Herbert List, Venedig 1952

Mit einem Umzug nach Paris nimmt er 1951 ein Studium an der Faculté de lettres and der Sorbonne auf und beginnt 1952 nach einer Begegnung mit Robert Capa Contributor die Zusammenarbeit mit der legendären Agentur Magnum Photos in Paris. Bereits 1954 zieht Scheler nach Rom, wo er als freier Bildjournalist die politischen und sozialen Ereignisse in Europa, Nordafrika, dem nahen Osten und Asien für Magazine wie Picture Post, Look, Life, Paris Match, Epoca und die Münchner Illustrierte dokumentiert.

Er durchquert 1956 in mehreren Monaten die USA und Mexiko; begleitend erscheint ein umfangreiches Portfolio seiner Photographien in dem renommierten Jahrbuch U.S. Camera. Zwei Jahre später übersiedelt er nach Hamburg und beginnt dort seine langjährige Tätigkeit für den stern. Zusammen mit Moses, Höpker und Lebeck prägt er unter der Ägide von Rolf Gillhausen das Erscheinungsbild des Magazins entscheidend.

Schelers Hauptthema ist der "Human Interest", die menschlichen Verhaltensweisen, Freude und Trauer, Begeisterung und Verzweiflung, in seinen Bildern fokussiert er meist auf das Menschliche. Bei der Wahl seiner Themen zeigt er sein Bedürfnis, Chronist bedeutender Ereignisse zu sein. Die Menschen der unterschiedlichen Kulturkreise beobachtet er im Alltag, bei Krisen- und Kriegszeiten, bei sozialen Problemen und Festlichkeiten. So entstehen Menschenbilder voller emotionaler Dichte.

Ausführliche Berichte, manchmal in mehreren Folgen, über den politischen Zustand von Ländern wie den USA, Frankreich und England, DDR und Polen, Korea und Vietnam lassen Scheler Raum sein Bildessays zu entfalten. Auch die privaten Lebensumstände der Menschen in Israel, Ägypten und Algerien, China und Japan, Iran und Irak, Mexiko und der Karibik werden in den umfangreichen Bildgeschichten festgehalten.

Max Scheler in Jakarta, 1966

Scheler versenkt sich in das Geschehen des Welttheaters und begleitet das Schicksal dieser Völker. Auch hat er Zugang zu ihren führenden Zeitgenossen, wie Adenauer und de Gaulle, Ben Gurion und Nasser, Kennedy und Chruschtschow, Nixon und Johnson, Indira Gandhi und Allende, Brandt, Luebke und Ulbricht, Königin Elizabeth, König Hussein, dem thailändischen Königspaares, den Schahs von Persien oder den Päpste Pius XII und Paul VI. Seine Portraits der Mächtigen reflektieren sowohl deren Emotionen als auch die Probleme der jeweiligen Zeit.

Die Bandbreite seiner Bildessays sind allerdings nicht nur politisch fokussiert. Sie umfassen auch Portraits von Unternehmern wie Gianni Agnelli oder Helena Rubinstein. Die ersten Herzverpflanzungen von Christiaan Barnard oder die letzten Tage des Formel 1 Piloten Jochen Rindt zählen zu Schelers exklusiven Fotoreportagen, die die Welt bewegten. Doch auch Filmproduktionen mit Romy Schneider, Gina Lollobrigida oder Elizabeth Taylor, sowie die Beatles und ihre Spuren in ihrer Heimatstadt Liverpool gehören zu seinem Repertoire.

Bildredakteur Scheler am Leuchttisch, Hamburg 1979

1975 beendet Scheler sein eigenes photographisches Schaffen und beginnt eine zweite Karriere in Hamburg: Zusammen mit Rolf Gillhausen hebt er das Magazin Geo aus der Taufe und betreut es bis 1980 als Bildchef, danach arbeitet er in gleicher Position bei Merian bis 1992. Seit dem Tod seines Freundes Herbert List in Jahr 1975 verwaltet er bis zu seinem eigenen Ableben dessen künstlerischen Nachlass und produziert eine Reihe von Büchern und Ausstellungen über dessen Werk.

© Max Scheler Nachlass, Hamburg Germany
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